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Anfang Januar sind Simone und ich von einer 14tägigen Reise nach Teneriffa zurückgekehrt.

Ein Höhepunkt der Reise ist die nächtliche Besteigung des höchsten Berges von Spanien (Teide 3718m, 5stündiger steiler Aufstieg mit 1500 m Höhendifferenz) und das grandiose Erlebnis des Sonnenaufgangs im rauchenden Krater des noch aktiven Vulkans.

Ein Jahreswechsel auf der kanarischen Insel Teneriffa bei milden Temperaturen und meist herrlichem Wetter zählt sicher zu den schönsten Unternehmungen in Europa.

Die Vielseitigkeit der Insel mit seinen Gebirgen im Nordosten (Anaga) und Südwesten (Teno), dem zentralen vulkanischen Teidegebiet (Canadas) und den herrlichen Küstengebieten rund um die Insel lassen für jeden Wunsch kaum Fragen offen. Uns zieht es im wesentlichen wieder in die höheren Regionen, wo wir leichte bis mittelschwere Wanderungen durchgeführt haben.

Unser Domizil befand sich in Chio auf ca. 600 Höhenmetern im Südwesten der Insel hoch über der Touristenburg Los Gigantes. Von unserem Appartement hatten wir einen herrlichen Blick auf den Atlantik und die Inseln La Gomera, Hierro und La Palma.


Im Nordosten der Insel ragt das Anagagebirge aus den Wassern des Atlantik. Trotz der relativen Nähe zu den großen Städten, wie Santa Cruz, ist die Abgeschiedenheit des Gebirgszuges aufgrund der exponierten Lage gegeben. Mit dem Mietwagen ist man rasch an den entlegenen Ortes des Gebirges, welches zu wunderschönen Wanderungen an der Steilküste einlädt.








Die über 1000 Meter hohen Gebirgszüge im Anaga halten die von Nordwesten kommenden Atlantikwolken auf, die sich abregnen und eine herrlich üppige Flora unterstützen. Allerdings ist so schönes Wetter, wie heuer eher selten.




































Von den Gipfeln des Anagagebirges hat man einen herrlichen Blick, klares Wetter vorausgesetzt, auf das vulkanische Zentrum der Insel, den in ca. 50 km Entfernung liegenden Pico de Teide, den mit 3717 m höchsten Berg der Insel und sogar von Spanien.











Die Urgewalten des Vulkanismus gepaart mit der Erosion von Wind und Wasser haben unzählige Schluchten und Steilküsten entstehen lassen. Eine der beliebtesten Schluchten ist die Barranco del Infierno, an deren Ende ein kleiner Wasserfall die Mühen des Wanderers belohnt.




Der Einstieg zur Schlucht liegt oberhalb von Adeje, einer kleinen Industriestadt im Südwesten der Insel ganz in der Nähe der Touristenhochburgen von Teneriffa.




Entsprechend viele Besucher kommen zu der leichten etwa 4stündigen Wanderung. Deshalb wurde zum Schutz der Natur eine maximale tägliche Besucherzahl von 200 Personen festgelegt. Zudem dürfen nie mehr als 80 Menschen gleichzeitig in der Schlucht sein.





Es ist also ratsam, das Permit für die Barranco del Infierno rechtzeitig zu besorgen und möglichst früh am Morgen loszugehen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.





Die Schluchtwanderung geht über einen gut befestigten Weg in das eng eingeschnittene Tal hinein. Bei trockenem Wetter ist der Bach sehr wasserarm, kann aber bei Regenfällen mächtig anschwellen, so dass das Erreichen des Wasserfalls am Ende nicht möglich ist, da das Bachbett mehrmals überquert werden muss.








Die Vegetation im Tal ist sehr üppig, da es hier nicht an Wasser mangelt. Dies ist ein ungewöhnlicher Umstand an der Südwestküste der Insel.














Nach knapp 2 Stunden, der Weg wird zunehmend schmaler und steiniger, ist das Ende der Schlucht erreicht, und man wird mit einem kleinen Wasserfall belohnt.





Es lagen 5 tote Hühner in dem vom Wasserfall gebildeten kleinen See.

Als wir das Problem an der Parkstation meldeten, sagte man uns, dass dies von einem heidnischen Brauch der Einwohner von Adeje herrührt und dass es nicht schlimm sei, da das Wasser sowieso verseucht ist. Der Parkwächter deutete an, dass er das Wasser täglich seit Jahren trinkt, und dass es ihm noch gut geht...





In der Nähe von Vilaflor, am südwestlichen Rand der Caldera liegt die sogenannte Mondlandschaft. Hier hat die Erosion aus den leichten Bimsschichten bizarre Gestalten freigelegt, die der Fantasie freien Lauf lassen.








Eine kleine Herausforderung für den interessierten Besucher ist allerdings, diese Mondlandschaft zu finden. Ganz in der Nähe von Vilaflor zweigt eine kleine Schotterstraße von der Asphaltstraße ab. Dieser eigentlich gesperrten Piste muss man etwa 8 km folgen.





Zur Zeit sind Bauarbeiten an der Straße im Gang, so dass der Weg tatsächlich unpassierbar ist. Am Wochenende allerdings scheint sich niemand der Besucher an der Barriere zu stören. Den 8 km langen Weg sollte man keinesfalls zu Fuß machen, da dieser doch recht eintönig ausfällt.





Hat man nun das Ende der Fahrstrecke erreicht, folgt man einem gut beschilderten Pfad etwa 60 Minuten bergauf, bis man urplötzlich in der Mondlandschaft angekommen ist.





Als ich 1992 das erste mal hier gewesen bin, gab es diese Markierungen noch nicht, so dass die Suche heute dagegen fast ein Kinderspiel ist.









Im oberen Bereich des Orotavatals befindet sich direkt an der Straße in die Canadas eine vulkanische Attraktion. Eine Basaltrosette (Piedro de la Rosa) mit einem Durchmesser von einigen Metern öffnet sich am Straßenrand.




Hier muss bei einem mächtigen Lavastrom der Erkaltungsprozess diese kristallinen Formen erzeugt haben. Je nach Temperaturgefälle des Magmas und dem Neigungswinkel des Geländes entstehen diese Rosetten, oder im Falle des Weglaufens der noch flüssigen Lava zum Inneren der Fließrichtung hin, die sogenannten Lavatunnel.






Im Südwesten der Insel liegt das tief zerklüftete Tenogebirge. Hier gibt es erst seit einigen Jahren Asphaltstraßenverbindungen zu den wichtigsten Orten. Kleine Bauernsiedlungen sind noch bis heute nur auf alten Eselpfaden zu erreichen.








Diese Eselpfade sind heute ideale Wanderwege in der herrlichen Landschaft. Man kann steile Täler zum Meer hinabwandern, wie zum Beispiel durch die wilde Mascaschlucht, oder man läuft auf den hohen Bergrücken mit einer fantastischen Aussicht auf die wilde Steilküste.








Das Wetter ist oft nicht so schön wie zum diesjährigen Jahreswechsel. Nebel verhüllt die Sicht und man sollte entsprechend vorsichtig sein.














Die Vegetation ist entsprechend üppig. Besonders interessant sind die vielen Kakteenarten und der sogenannte Riesenlöwenzahn, den man gelegentlich am Wegesrand erkennt.















Das Wasser des Atlantik tost mit großer Kraft gegen die steilen Felsküsten. Nur an den wenigsten Stellen, wie hier, kann man in das Wasser hinein. Dennoch ist Vorsicht in Bezug auf die Strömung und die Wucht der Wellen ratsam.


















Wetter und Sicht sind so gut, dass man die Nachbarinseln La Palma, Hierro und Gomera erkennen kann.











Hier ein besonders großes Exemplar des Riesenlöwenzahns.










Der Pico de Teide ist mit 3717m der höchste Berg Teneriffas, ja sogar von ganz Spanien. Der fast kegelförmige aktive Vulkan dominiert die Insel mit seiner Präsenz und den noch rauchenden Schwefelfumarolen in seinem Gipfelkrater.


Die letzten Eruptionen fanden 1971 an seinen westlichen Hängen statt. Hier kann man am Vulkan Negro ganz aktuell die Auswirkungen eines relativ frischen Ausbruchs erkunden.








In der fast schwarzen Lava haben es die Pflanzen nur an wenigen Stellen geschafft, Fuß zu fassen. Allerdings ist der Farbkontrast zwischen dem Grün und den erdenen Lavatönen eine Augenweide.





Der Rundweg Nr. 13 führt in ca. 2 Stunden um einen der Parasitärkrater des Teide. Eine landschaftlich beachtliche Halbtagestour mit hohem Vulkanismusinformationsgehalt.








In der unmittelbaren Umgebung des Ausbruchs hat es (fast) noch kein Grün geschafft, sich in dem Lavagestein festzusetzen.




























In den Canadas liegen die meisten Wanderwege der Insel. Ursprünglich beherrschte einrund 6000 Meter hoher Vulkan die Insel, der aber durch geologische Einwirkungen nach Norden abgesackt ist und den heutigen Kalderarand im Süden geschaffen hat. Später hat dann eine erneute Eruption den Teide und seine Parasitärkrater gebildet.








Die vielfältigen Erscheinungsformen des Vulkanismus können in dieser Landschaft betrachtet werden. Fachmännischen Rat kann man in zwei Besucherzentren am Fuße der Caldera holen.





Ungewöhnliche Formen bilden eine eigenartige Szenerie. Dieser Stein ist der stehengebliebene Überrest eines Vulkanpfropfens aus erstarrter Lava. Der ihn umschließende Krater ist vollständig erodiert.











Die flüssige Lava ist in den unterschiedlichsten Formen erkaltet.

















Immer wieder der Blick auf den Teide und seine an seinen Hängen erkalteten Lavaströme.

















Sonne, Wasser und Wind formen im Laufe der Jahrtausende solche bizarre Formen, wie man sie auch in der Mondlandschaft sieht.



















Manche Ausbrüche und Lavaströme erscheinen, als wären sie erst gestern erstarrt.
















Ein 16 km langer Weg führt auf dem Plateau der Caldera durch das gesamte Gebiet und bietet die verschiedenen Blickwinkel auf den Teide.





Eine der interessantesten Pflanzen der Caldera ist die Taginaste, die im Frühling in leuchtend roten Farben blüht.






















Zur Eingewöhnung an die Höhe und das Klima ist vor der Besteigung des Teide die Besteigung des Guajara (2750m ) zu empfehlen. Dieser Berg ist die höchste Erhebung der Caldera um den Teide.








In knapp 2 Stunden hat man den Gipfel erreicht und genießt eine wundervolle Aussicht in die Canadas und auf den Teide, der gegenüber liegt.
















Eines der beiden Besucherzentren in den Canadas.




























Der Höhepunkt der Reise nach Teneriffa ist eindeutig die Besteigung des Pico de Teide (3718m). Der Berg ist immerhin fast 4000 Meter hoch und gilt als der höchste Spaniens. Der beinahe perfekte Vulkankegel beinhaltet auf dem Gipfel einen Krater mit ca. 80 Metern Durchmesser, in dem heiße Fumarolen aus schwefligen Gasen entweichen.





Bis fast auf den Gipfel führt eine Bergbahn, die täglich viele Besucher nach oben bringt. Um den Massenauflauf zu regulieren, hat man die tägliche Besucherzahl in den Krater auf 200 Personen beschränkt. Die Permits sind recht umständlich zu bekommen (Santa Cruz) und oft bereits lange im voraus ausverkauft bzw. vergriffen.





Simone und mich reizt natürlich der Aufstieg und die mögliche Kontaktvermeidung zu hunderten von Sandalentouristen. Da die Permitbesorgung kurzfristig nicht möglich war, versuchen wir es auf eine andere Art.





Da die Permitkontrolle erst mit der ersten ankommenden Gondel beginnt und mit der letzten abfahrenden endet, bleibt die Variante des nächtlichen Aufstieges mit der Ankunft zum Sonnenaufgang im Krater und dem anschließenden Abstieg per Gondel.





Um 3.00 Uhr nachts stehen wir am Beginn des Weges am Fuße des Berges in den Canadas. Zum Glück habe ich eine Stirnlampe dabei und erinnere mich noch ganz gut an den technisch recht einfachen Aufstieg vor beinahe 15 Jahren. Immerhin gilt es nun im fast Stockfinstern den Weg zu finden und etwa 1500 Höhenmeter zu überwinden.






Simone geht vor und ich versuche mit der Lampe uns beide auf dem immer schmaler werdenden Pfad zu halten. Nach gut 2 Stunden wird der Weg immer schwieriger, steiler, felsiger und gelegentlich raten wir den weiteren Verlauf. Vier Stunden geht es in unserem gefundenen Rhythmus den Hang hinauf.






Als wir wenig später kurz vor der Bergstation der Bahn ankommen, wird es langsam heller und erste Sonnenstrahlen scheinen auf den bislang geschafften Weg und auf den Gipfelaufbau. Die Kälte ist sehr unangenehm und deutlich stärker als ich angenommen hatte. Dazu weht ein eisiger Wind.





Allerdings vergessen wir die Kälte fast angesichts der Bilder im Sonnenlicht.





Der Gipfel des Teide wirft einen riesigen Schatten ins Meer, der nur wenige Minuten zu sehen ist. Ein ähnliches Phänomen gibt es auf Sri Lanka am Adams Peak, den wir vor ein paar Jahren bestiegen hatten (siehe Reisebericht Sri Lanka).














Bis auf 3 Spanier, die die gleiche Idee wie wir hatten, sind wir ganz alleine in dem nach Schwefel stinkenden Inneren des Kraters. Der Ausblick auf die Insel und die Nachbareilande ist phänomenal. Wir können uns im Windschatten des Kraterrandes an der Szenerie in aller Ruhe sattsehen.






Im Kraterinneren sind eine Reihe von Messgeräten aufgebaut, die den aktiven, aber schlummernden Vulkan jederzeit überwachen. Erst vor 30 Jahren gab es einen großen Ausbruch eines Parasitärkraters, der sogar Schäden angerichtet hat.

































Blick nach Nordwesten ins Anagagebirge.








Die Spanier auf dem Kraterrand blicken auf die Nachbarinseln Gomera, Hierro und La Palma




Es ist mit ca. -5 Grad sehr kalt und ohne Windschutz kaum auszuhalten.









Die neue Perspektive auf den riesigen Rand der Caldera ist von hier oben einfach unbeschreiblich.








Um 9.00 Uhr kommt die erste Bahn von unten herauf. Diese Gondel bringt die ersten Touristen und die Nationalparkwächter zur Permitkontrolle hinauf. Man schaut uns mit großen Augen an, da man zu dieser Jahreszeit solche Taktiken wohl nicht kennt.




Wir fahren in wenigen Minuten 1300 Höhenmeter hinab, für die wir im Aufstieg 4 Stunden gebraucht haben.





Unsere Unterkunft befand sich in der Nähe von Chio, oberhalb der Südwestküste. In einer kleinen Appartementanlage auf ca. 600 Höhenmetern waren wir in der Suite Colibri untergebracht. Hier noch einige Stimmungen unseres sonnen- und erlebnisreichen Trips nach Teneriffa.






































 
     
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